Treppenhausreinigung: welcher Turnus passt zu Ihrer Wohnanlage?
Stand: November 2026
Die meisten Wohnanlagen kommen mit einem wöchentlichen oder 14-tägigen Turnus gut zurecht. Wöchentlich passt bei vielen Parteien, hellem Belag oder Gewerbe im Haus, 14-tägig bei kleinen Häusern mit robustem Boden. Entscheidend sind Nutzung und Belag, nicht das Bauchgefühl. Dieser Ratgeber zeigt die Einflussgrößen und ein Beispiel.
Warum es keinen einheitlichen Turnus gibt
Wer fragt, wie oft ein Treppenhaus gereinigt werden sollte, bekommt in der Praxis oft die Antwort: wöchentlich. Das stimmt für viele Häuser, aber nicht für alle. Ein Treppenhaus in einem Vierparteienhaus mit Fliesenboden verschmutzt deutlich langsamer als ein Treppenhaus in einer Anlage mit 24 Parteien, Kinderwagen, Haustieren und einer Praxis im Erdgeschoss.
Der richtige Turnus ergibt sich aus der Frage, wie viel Schmutz pro Woche anfällt und wie sichtbar er ist. Ein zu seltener Turnus führt zu Beschwerden und festgetretenem Schmutz, der später mehr Aufwand verursacht. Ein zu enger Turnus kostet Geld, ohne dass ein Unterschied auffällt.
Die vier Einflussgrößen
Zahl der Parteien und Laufpublikum. Je mehr Menschen das Treppenhaus nutzen, desto schneller verschmutzt es. Ab etwa acht bis zehn Parteien ist der Wochenrhythmus häufig die bessere Wahl. Gewerbe im Haus mit Kundenverkehr spricht ebenfalls für wöchentlich.
Bodenbelag und Farbe. Heller Boden, Naturstein und glatte Fliesen zeigen Spuren schnell. Dunkler, strukturierter Belag verzeiht mehr. Holz verträgt nur wenig Wasser und braucht ein angepasstes Verfahren, nicht unbedingt einen anderen Turnus.
Jahreszeit. Im Herbst und Winter tragen Schuhe Nässe, Laub, Streusplitt und Salzreste ins Haus. Manche Verwaltungen vereinbaren deshalb im Winterhalbjahr einen dichteren Turnus als im Sommer.
Besondere Nutzung. Haustiere, Kinderwagen, Fahrräder im Flur oder häufige Umzüge erhöhen den Aufwand. Auch ein Aufzug verändert das Bild, weil dann weniger Laufverkehr auf der Treppe selbst entsteht, die Kabine aber eigene Pflege braucht.
Ein Beispiel aus der Praxis
Stellen Sie sich eine Wohnanlage in Heidelberg-Rohrbach mit drei Eingängen und je sechs Parteien vor. Zwei Eingänge haben dunklen Fliesenboden, einer Natursteinstufen. Sinnvoll wäre hier oft ein gemischter Plan: Boden in allen Eingängen wöchentlich, Handläufe, Briefkästen und Fensterbänke 14-tägig, Entstaubung der Decken und Lampen monatlich, Aufzug wöchentlich.
Solche abgestuften Turnusse sparen Geld, weil nicht jede Position bei jedem Einsatz anfällt. Sie gehören ins Leistungsverzeichnis, damit klar ist, was wann geschieht.
Wann Sie den Turnus ändern sollten
Ein Turnus ist kein Vertragsdogma. Er sollte sich ändern, wenn sich die Nutzung ändert: nach einem Mieterwechsel mit vielen neuen Parteien, bei Einzug einer Praxis, nach Renovierung des Bodens oder wenn Bewohner dauerhaft Beschwerden äußern. Umgekehrt ist es sinnvoll, nachzusehen, ob ein sehr dichter Turnus tatsächlich gebraucht wird, wenn die Kosten in der Nebenkostenabrechnung auffallen.
Praktisch bewährt sich eine kurze Überprüfung einmal im Jahr, zum Beispiel vor der Abrechnung: Wie sieht das Treppenhaus am Tag vor der Reinigung aus? Wie oft gab es Beschwerden? Aus der Antwort ergibt sich meist schnell, ob wöchentlich, 14-tägig oder eine Mischform passt.
Was der Turnus mit den Kosten zu tun hat
Wöchentliche Reinigung kostet im Monat ungefähr doppelt so viel wie 14-tägige. Pro Einsatz ist sie allerdings oft günstiger, weil der Schmutz weniger fest sitzt. Richtwerte aus öffentlichen Quellen finden Sie auf der Seite Kosten. Wie sich die Reinigungskosten auf Mieter umlegen lassen, erklärt der Ratgeber Reinigungskosten in der Nebenkostenabrechnung.
Wer unsicher ist, kann den Turnus bei der kostenlosen Besichtigung vor Ort festlegen lassen. Wir halten das Ergebnis schriftlich fest.
Entscheidungshilfe für den Beirat
Wenn Sie den Turnus in der Eigentümerversammlung oder im Beirat besprechen, helfen fünf Fragen: Wie viele Parteien nutzen das Treppenhaus? Welcher Belag liegt und wie schnell zeigt er Spuren? Gibt es Gewerbe im Haus? Wie viele Beschwerden gab es im letzten Jahr? Und wie hoch sind die Kosten je Partei und Monat im Vergleich zu den Richtwerten?
Aus den Antworten lässt sich meist ein Vorschlag ableiten, den Sie der Versammlung vorlegen können. Ein schriftliches Leistungsverzeichnis mit den abgestuften Turnussen macht die Beschlussfassung leichter, weil jede Position nachvollziehbar ist.
Häufige Missverständnisse
„Mehr Reinigung ist immer besser.“ Nein, ein zu enger Turnus kostet Geld ohne sichtbaren Nutzen. „Der Turnus gilt für das ganze Haus gleich.“ Meist nicht, Treppe, Aufzug und Keller haben unterschiedlichen Bedarf. „Mieter reinigen genauso gut.“ Das kann funktionieren, scheitert aber oft an Absprachen und Urlaubszeiten, deshalb entscheiden sich viele Häuser für einen Dienstleister.
Ein schriftlicher Plan gibt allen Beteiligten Klarheit, auch wenn Hausverwaltung oder Beirat wechseln.